Jede Mahlzeit stärkt den Stein

Im Studium der Tiermedizin lernt der Student was es heißt, eine Allgemeine klinische Untersuchung an Tieren durchzuführen. Dazu gehören die Kontrolle der Körpertemperatur, das Abhören der Herztöne, die Bewertung der Pulsqualität und die Beurteilung des Atmungsmusters. Diese Information sind zwar aufschlussreich, spiegeln jedoch nur einen Bruchteil der Funktionalität und Intaktheit des Individuums und der Organe wider.

Bestes Beispiel bietet die hier vorgestellte Geschichte eines kleinen Hundes, der erst das Fressen verweigern und mit Speicheln auffällig werden musste, um die Kauleiste untersucht zu bekommen. Ich muss dazu sagen, dass der Hund hochgradig bissig ist und selbst für die Besitzer eine Begutachtung der Zähne nur mit nachfolgender Wundversorgung möglich ist.

Aber wofür gibt es denn die Sedation 🙂

Spritze gesetzt und das Unheil begutachtet: 

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Wie zu sehen ist, sieht man nichts…zumindest nichts mehr von gesunden Zähnen. Diese Menge Zahnstein hat sich im Laufe mehrerer Jahre aufgebaut und ist in dieser Form sicher schon seit einigen Monaten vorhanden. Die Frage, ob dies schmerzhaft ist, muss sich niemand beantworten bzw. würde sich ein Mensch mit dieser Mundflora noch auf den Beinen halten können?

Den Zahnstein zu entfernen ist nicht schwer, aufwendig sicher, aber definitiv zu schaffen. Ob allerdings durch den Belag die Gesundheit der Zähne erhalten wurde, kann noch nicht beurteilt werden.

Zahnstein verdrängt in aller Regel das Zahnfleisch und legt den Zahnhals frei und lockert den Zahnhalteapparat, so dass die Zähne locker werden und ausfallen. Zuvor kann es zu schmerzhaften Wurzelentzündungen kommen.

 

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Nach Entfernung des Zahnsteines sehen die Zähne also wieder schön weiß aus. Was der Zahnstein angerichtet hat, sieht man sehr deutlich. Im Oberkiefer war der zweite Zahn von links locker und musste entfernt werden. Die Zahnhälse liegen blank und mit etwas Glück regeneriert sich das Zahnfleisch wieder.

Wichtig ist die Versorgung mit Antibiotikum und Schmerzmitteln, da dies eine sehr schmerzhafte Phase ist.

Zahnstein ist sozusagen mit Calcium versehener Bakterienbrei, der nach ca. 48 Stunden aushärtet. Wenn Tierbesitzer mich fragen wie die Neubildung von Zahnstein zu vermeiden ist, dann gibt es darauf nur zwei Antworten.

Entweder man putzt seinem Tier die Zähne, was bei älteren Tieren nicht immer einfach ist, wenn sie das nicht von klein auf gelernt haben. Oder man stellt die Ernährung um und ernährt vorwiegend mit rohem Fleisch, das nicht nur am bedarfsgerechtesten ist für die klassischen Fleischfresser wie Hund und Katze, sondern auch die Bildung von Zahnstein stark verlangsamt bzw. vollständig verhindert.

Es wird also deutlich, dass die Untersuchung der Zähne zur jährlichen (Impf-) Untersuchung gehören sollte. Denn eine Zahnsteinentfernung ist mobil schnell und professionell (wassergekühlter Hochleistungs-Ultraschall) gemacht und auch im hohen Alter problemlose möglich, da die Sedation sehr kreislaufschonend ist.

 

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Über mobilertierarztberlin

Ich führe eine mobile Tierarztpraxis für den Großraum Berlin und führe Hausbesuche für Hunde und Katzen durch. Dabei geht es um Vorsorgeuntersuchungen (zB Impfungen), Diagnose (Blutentnahme und Ultraschall) und Behandlung von Erkrankungen. Auch kleine Eingriffe in Sedation (Kastration von Katern, Zahnsteinentfernungen, Versorgung von Hautverletzungen und Entfernung von Hauttumoren) führe ich vor Ort durch.
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